KRÄUTERKUNDE
Gegen (fast) alles ist ein Kraut gewachsen…
Gänseblümchen
Bellis perennis
Hilft traditionell bei
Wo finde ich es?
Sammelzeit:
Fast ganzjährig, Hauptsammelzeit März–Oktober
Verwendet werden:
Blüten, Blätter, gesamtes oberirdisches Kraut
Das Gänseblümchen ist eine der vertrautesten Pflanzen unserer Wiesen. Seine kleinen weißen bis rosafarbenen Blüten begleiten uns beinahe das ganze Jahr und machen es zu einem Sinnbild für Natürlichkeit, Reinheit und schlichte Schönheit.
Die Pflanze gehört zu den Korbblütlern und enthält unter anderem Saponine, Gerbstoffe, Flavonoide, Schleimstoffe, Bitterstoffe und ätherisches Öl.
In der traditionellen Kräuterkunde wird das Gänseblümchen besonders für die Haut geschätzt. Äußerlich kommt es beispielsweise bei kleinen Hautverletzungen, Prellungen, Verstauchungen oder beanspruchter Haut zum Einsatz. Auch bei unreiner oder gereizter Haut findet man es häufig in traditionellen Kräuterzubereitungen.
Als Tee wird das Gänseblümchen in der Volksheilkunde außerdem bei Husten und zur Unterstützung der Atemwege verwendet.
Doch auch in der Wildkräuterküche hat die kleine Pflanze ihren Platz. Junge Blätter und Blüten können Salate, Suppen, Kräuterbutter oder andere Gerichte dekorativ und geschmacklich bereichern.
Im Brauchtum steht das Gänseblümchen für Unschuld und Reinheit und ist vielen auch als klassische „Kinderblume“ oder als kleines Liebesorakel bekannt.
Giersch
Aegopodium podagraria
Hilft traditionell bei
Wo finde ich es?
Sammelzeit:
Junge Blätter vor allem März–Mai, grundsätzlich bis in den Herbst
Verwendet werden:
Vor allem junge Blätter und Triebe
Giersch ist vielen Gartenbesitzern vor allem als besonders ausdauerndes „Unkraut“ bekannt. Dabei gehört er zu den wertvollen heimischen Wildpflanzen und kann sowohl in der Kräuterküche als auch in der traditionellen Pflanzenkunde genutzt werden.
Er gehört zur Familie der Doldenblütler. Charakteristisch sind seine meist dreigeteilten Blätter und die weißen Doldenblüten, die im Sommer erscheinen. Giersch enthält unter anderem ätherische Öle, Flavonoide, Vitamin C sowie Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium und Eisen.
Bereits sein botanischer Name „podagraria“ weist auf seine traditionelle Verwendung hin: „Podagra“ bezeichnet die Gicht im Fuß. In der Volksheilkunde wird Giersch daher insbesondere bei Gicht sowie rheumatischen und gelenkbezogenen Beschwerden verwendet.
Traditionell findet er außerdem bei Stoffwechsel- und Verdauungsbeschwerden sowie zur Unterstützung der Harnwege Verwendung. Frische, zerdrückte Blätter wurden äußerlich auch bei Insektenstichen oder kleineren Hautproblemen eingesetzt.
Besonders beliebt ist Giersch in der Wildkräuterküche. Junge, zarte Blätter erinnern geschmacklich an eine Mischung aus Petersilie und Karotte und eignen sich beispielsweise für Suppen, Aufstriche, Pesto, Kräutersalz und Salate.
Wichtig: Doldenblütler nur sammeln, wenn die Pflanze sicher bestimmt werden kann, weil es innerhalb dieser Pflanzenfamilie auch giftige Arten gibt.
Johanniskraut
Hypericum perforatum
Hilft traditionell bei
Wo finde ich es?
Sammelzeit:
Blühendes Kraut: Juni–August, traditionell rund um den Johannistag am 24. Juni
Verwendet werden:
Blüten und obere blühende Triebspitzen
Das Echte Johanniskraut gehört zu den traditionsreichsten heimischen Heilpflanzen. Seine leuchtend gelben Blüten erscheinen rund um den Johannistag am 24. Juni. Hält man die Blätter gegen das Licht, erkennt man zahlreiche kleine durchscheinende Punkte – ein typisches Erkennungsmerkmal der Pflanze.
Johanniskraut enthält unter anderem Hypericin, Hyperforin, Flavonoide, Gerbstoffe und ätherische Öle.
In der traditionellen Pflanzenheilkunde wird Johanniskraut besonders für das Nervensystem geschätzt. Gleichzeitig hat die äußerliche Anwendung eine lange Tradition.
Besonders bekannt ist das sogenannte Johannisöl. Dafür werden die frischen Blüten in Öl ausgezogen. Im Laufe der Zeit entwickelt sich die charakteristische rote Farbe, die dem Johanniskraut auch den volkstümlichen Namen „Herrgottsblut“ eingebracht hat.
Johannisöl wird traditionell zur Pflege beanspruchter Haut sowie für Massagen und bei gereizten Körperstellen eingesetzt.
**Wichtiger Hinweis:** Johanniskraut kann die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen und Wechselwirkungen mit zahlreichen Arzneimitteln verursachen. Bei der innerlichen Anwendung und gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten sollte daher unbedingt fachlicher oder ärztlicher Rat eingeholt werden.
Linde
Tilia spp.
Hilft traditionell bei
Wo finde ich es?
Sammelzeit:
Blüten: Juni–Juli
Verwendet werden:
Vor allem Blüten mit Hochblatt
Die Linde ist nicht nur ein beeindruckender heimischer Baum, sondern seit Jahrhunderten auch eng mit unserer Kultur und Kräutertradition verbunden. Besonders häufig begegnen uns die Sommerlinde und die Winterlinde.
Zur Blütezeit im Frühsommer verströmen Linden einen unverwechselbaren süßlichen Duft. Gesammelt werden vor allem die duftenden Blüten gemeinsam mit ihrem charakteristischen flügelartigen Hochblatt.
Lindenblüten enthalten unter anderem Flavonoide, Schleimstoffe, Gerbstoffe und ätherische Öle.
Traditionell wird Lindenblütentee besonders in der Erkältungszeit verwendet. Die enthaltenen Schleimstoffe werden bei gereiztem Hals und Husten geschätzt, während der warme Tee traditionell zur Unterstützung des Schwitzens bei Erkältungen getrunken wird.
Auch ihre beruhigenden Eigenschaften machen Lindenblüten zu einer beliebten Zutat für Abendtees und entspannende Kräutermischungen.
Äußerlich finden Lindenblüten ebenfalls Anwendung in der natürlichen Hautpflege. Auszüge können für Gesichtswasser, Bäder, Umschläge und andere sanfte Pflegeprodukte verwendet werden.
Löwenzahn
Taraxacum officinale
Hilft traditionell bei
Wo finde ich es?
Sammelzeit:
Blätter: März–Mai · Blüten: April–Mai · Wurzeln: Frühjahr oder Herbst
Verwendet werden:
Blätter, Blüten, Wurzeln
Der Löwenzahn gehört zu den bekanntesten heimischen Wildkräutern und ist weit mehr als nur eine gelbe Frühlingsblume. Typisch sind seine gezähnten, rosettenartig angeordneten Blätter, der hohle Blütenstängel und die leuchtend gelben Blütenkörbchen. Fast die gesamte Pflanze enthält einen weißen Milchsaft.
Löwenzahn enthält unter anderem Bitterstoffe, Flavonoide, Inulin, Triterpene, Vitamine und Mineralstoffe. Besonders die enthaltenen Bitterstoffe machen ihn zu einer beliebten Pflanze in der traditionellen Kräuterkunde.
Traditionell wird Löwenzahn vor allem zur Unterstützung von Leber, Galle und Verdauung eingesetzt. Er gilt außerdem als stoffwechselanregend und wird gerne im Rahmen von Frühjahrskuren verwendet. Auch in der Volksheilkunde bei Harnwegsbeschwerden sowie rheumatischen und arthrotischen Beschwerden hat der Löwenzahn einen festen Platz.
Auch kulinarisch ist die Pflanze vielseitig: Junge Blätter können Salate und Wildkräutergerichte bereichern, aus den Blüten lassen sich Sirup oder Gelee herstellen und die Wurzel kann beispielsweise für Kräuterauszüge verwendet werden.
Der Löwenzahn zeigt eindrucksvoll, wie wertvoll eine Pflanze sein kann, die beinahe vor jeder Haustür wächst.
Ringelblume
Calendula officinalis
Hilft traditionell bei
Wo finde ich es?
Sammelzeit:
Blüten: Juni–Oktober
Verwendet werden:
Blüten bzw. Blütenblätter
Die Ringelblume gehört zu den bekanntesten Pflanzen der traditionellen Hautpflege. Mit ihren leuchtend gelben bis orangefarbenen Blüten bringt sie nicht nur Farbe in den Garten, sondern liefert auch wertvolle Inhaltsstoffe für zahlreiche Kräuterzubereitungen.
Calendula enthält unter anderem Flavonoide, Carotinoide, ätherisches Öl, Triterpensaponine, Polysaccharide und Bitterstoffe.
Besonders bekannt ist die Ringelblume für ihre traditionelle Verwendung bei beanspruchter, gereizter und trockener Haut. Ringelblumenauszüge finden sich daher häufig in Salben, Cremes, Ölen und Balsamen.
Auch bei kleineren Hautverletzungen und zur allgemeinen Wundpflege wird Calendula traditionell verwendet. In der Naturkosmetik wird sie besonders bei empfindlicher und trockener Haut geschätzt.
Die Blüten eignen sich hervorragend zur Herstellung eines Ölauszugs, der wiederum als Grundlage für Ringelblumensalbe, Körperpflegeprodukte oder andere Naturkosmetik verwendet werden kann.
Mit ihren vielseitigen Einsatzmöglichkeiten gehört die Ringelblume zu den klassischen Pflanzen, die in keinem Kräuter- und Naturkosmetikgarten fehlen dürfen.
Rosmarin
Salvia rosmarinus oder Rosmarinus officinalis
Hilft traditionell bei
Wo finde ich es?
Sammelzeit:
Ganzjährig, besonders Frühjahr bis Herbst
Verwendet werden:
Blätter, junge Triebspitzen, Blüten
Rosmarin ist mit seinem intensiven Duft eine der bekanntesten aromatischen Pflanzen des Mittelmeerraums. Der immergrüne Halbstrauch besitzt schmale, nadelartige Blätter und meist hellblaue bis violette Blüten.
Seinen charakteristischen Duft verdankt Rosmarin seinem hohen Gehalt an ätherischen Ölen. Darüber hinaus enthält er unter anderem Rosmarinsäure, Flavonoide und verschiedene Diterpene.
Traditionell wird Rosmarin aufgrund seiner anregenden und durchblutungsfördernden Eigenschaften geschätzt. Er findet Verwendung bei Müdigkeit und Erschöpfungszuständen und gilt in der Pflanzenkunde als belebendes Kraut.
Auch für die Verdauung wird Rosmarin traditionell eingesetzt. Sein intensives Aroma macht ihn gleichzeitig zu einem beliebten Küchengewürz.
In der Naturkosmetik spielt Rosmarin insbesondere in Produkten für Kopfhaut und Haare eine Rolle. Rosmarinauszüge werden häufig in Haarwässern, Shampoos, Kräuterölen und Kopfhautpflege eingesetzt.
Sein frischer, krautiger Duft wird außerdem gerne genutzt, wenn Konzentration und geistige Wachheit gefragt sind.
Schafgarbe
Achillea millefolium
Hilft traditionell bei
Wo finde ich es?
Sammelzeit:
Blühendes Kraut: Juni–September
Verwendet werden:
Blüten und oberirdisches Kraut
Die Schafgarbe gehört zu den ältesten bekannten Heilpflanzen Europas. Ihre fein gefiederten Blätter gaben ihr den botanischen Namen „millefolium“ – sinngemäß „tausend Blätter“. Im Sommer trägt sie zahlreiche weiße bis leicht rosafarbene Blüten.
Die Pflanze enthält unter anderem ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe und Flavonoide.
Schon seit der Antike wird die Schafgarbe als traditionelle Wundpflanze geschätzt. Ihre Verwendung brachte ihr auch Namen wie „Soldatenkraut“ ein.
Eine besondere Bedeutung hat die Schafgarbe außerdem für die Verdauung. Ihre Bitterstoffe werden traditionell zur Unterstützung von Magen, Galle und Verdauung eingesetzt. Auch bei krampfartigen Verdauungsbeschwerden findet sie Verwendung.
In der Frauenkräuterkunde zählt die Schafgarbe ebenfalls zu den traditionsreichsten Pflanzen. Sie wird insbesondere bei Menstruationsbeschwerden und Unterleibskrämpfen eingesetzt.
Bekannt sind Zubereitungen wie Schafgarbentee, Tinkturen, Kräuterbäder und der traditionelle Schafgarben-Leberwickel.
Spitzwegerich
Plantago lanceolata
Hilft traditionell bei
Wo finde ich es?
Sammelzeit:
Blätter: April–September
Verwendet werden:
Blätter, Kraut
Der Spitzwegerich ist ein typischer Bewohner heimischer Wiesen und Wegränder. Seine schmalen, lanzettlichen Blätter mit den deutlich erkennbaren Blattadern machen ihn leicht wiedererkennbar.
Zu seinen charakteristischen Inhaltsstoffen gehören Schleimstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide und Aucubin.
Traditionell gilt der Spitzwegerich als eine der klassischen Pflanzen für Hals und Atemwege. Seine Schleimstoffe werden vor allem bei gereiztem Hals und Husten geschätzt. Deshalb findet man Spitzwegerich häufig in Kräutertees und Hustensirupen.
Auch unterwegs ist die Pflanze ein bekannter Begleiter: Frische, leicht zerdrückte Blätter werden traditionell auf Insektenstiche oder kleine Hautreizungen gelegt. Daher trägt der Spitzwegerich auch den volkstümlichen Beinamen „Wiesenpflaster“.
Aus Spitzwegerich lassen sich unter anderem Tee, Kräutersirup, Oxymel, Tinkturen und verschiedene traditionelle Kräuterzubereitungen herstellen.
Weide
Salix alba
Hilft traditionell bei
Wo finde ich es?
Sammelzeit:
Rinde: traditionell Frühjahr
Verwendet werden:
Rinde
Die Weide ist ein charakteristischer Baum feuchter Landschaften und besonders häufig an Flüssen, Bächen und anderen Gewässern anzutreffen. Für die traditionelle Pflanzenheilkunde spielt vor allem die Silberweide eine wichtige Rolle.
Ihre Rinde enthält unter anderem Salicin und verwandte Salicylate sowie Flavonoide, Gerbstoffe und Bitterstoffe. Salicin wird im Körper zu Verbindungen umgewandelt, die mit der bekannten Salicylsäure verwandt sind.
Weidenrinde wird traditionell bei leichten Schmerzen und fieberhaften Erkältungen sowie bei Beschwerden des Bewegungsapparates verwendet. In der Kräuterkunde findet sie daher insbesondere bei Kopf-, Muskel- und Gelenkbeschwerden sowie bei rheumatischen Beschwerden Erwähnung.
Auch äußerlich können Weidenrinden-Auszüge Bestandteil kosmetischer und hautpflegender Zubereitungen sein.
Die Weide ist damit ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie traditionelle Pflanzenkunde und moderne Arzneimittelgeschichte miteinander verbunden sind.
Keine passenden Kräuter gefunden.
Bitte ändere deine Suche oder Filterauswahl.
Wichtiger Hinweis
Die Kraft der Kräuter kann unser Wohlbefinden wunderbar begleiten – bei gesundheitlichen Beschwerden ersetzt sie jedoch nicht den Rat oder die Behandlung durch eine Ärztin oder einen Arzt.
